Abu Dhabi zeigt beispielhaft, wie eine einheimische Gemeinschaft über Jahrtausende in rauen Umweltbedingungen überlebte, indem sie sich streng an Stammesgesetze hielt, beträchtliche Änderungen ihres Lebensstils annehmen und innerhalb von Jahrzehnten das beste aus zwei Welten verbinden konnte. Die traditionellen Werte der Einwohner, das kulturelle Erbe und die Kultur, die über das vergangene Jahrtausend vom Islam geformt wurden, gedeihen heute weiter – auch im Angesicht von ultramodernem Design, Infrastruktur und Einrichtungen und dem kosmopolitischen, moderat liberalen Lebensstil, die Abu Dhabi auszeichnen.
Trotz der Einschränkungen einer vor allem von der Wüste geprägten Umgebung und eines halbnomadischen Lebensstils, der bis in das 20. Jh. vorherrschte, hat Abu Dhabi eine reiche Vergangenheit. Dies bezeugt eine Fülle restaurierter Lehmfestungen im ganzen Emirat und die Überreste eines unterirdischen Bewässerungssystems in der Oase Al Ain, welche seit über 4.000 Jahren ununterbrochen bewohnt ist und als das ursprüngliche kulturelle Zentrum des Emirats gilt.
Abu Dhabis kulturelles Leben wurzelt in einer langen Tradition literarischer Arbeit, Pferdezucht, Falknerei, traditionellem Kunsthandwerk und dem kulturellen Austausch, der über die Handelsrouten entstanden ist. Abu Dhabis Museen bieten Besuchern Einblicke in das kulturelle Leben, die Geschichte und das kulturelle Erbe des Emirats.
Lebensart
Das Leben der Einwohner Abu Dhabis wurde über Jahrhunderte durch die Anstrengungen geprägt, sich in einer rauen Umgebung zu behaupten, die Jugend auszubilden, Handelsbeziehungen zu pflegen und – vor allem – dem islamischen Glauben zu folgen und ihn in Ehren zu halten. Die auf dem Koran basierenden Werte der Emirati, die vor allem Großzügigkeit und Nächstenliebe vermitteln, machen Abu Dhabi zu einem friedlichen und idealen Ort für Familienleben und kulturellen Austausch.
In der Tat finden sich die islamischen Werte in allen Bereichen der Gesellschaft wieder; von der Art sich zu kleiden bis hin zur Art und Weise, wie Geschäfte geführt werden. Der Familie kommt eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben in den Emiraten zu, und Kindern werden umfassende Möglichkeiten geboten, ihre Interessen zu verfolgen. Frauen in Abu Dhabi haben das gleiche Recht auf Ausbildung und Arbeit wie Männer, was zur Folge hat, dass in den letzten Jahren eine wachsende Zahl von Akademikerinnen den Arbeitsmarkt bereichert haben.
Die Emiratis sind generell liebenswürdige, äußerst gastfreundliche und respektvolle Menschen, die, gemäß den alten Bräuchen, ihren Gästen Erfrischungen oder Tee anbieten oder sie während ihres Besuchs zu einer Mahlzeit einladen. Eine Ablehnung wird als unhöflich empfunden.
Bewundert ein Gast öffentlich einen Gegenstand (z.B. eine Vase oder ein Möbelstück) im Haus seines Gastgebers, so ist es für ihn Ehrensache, seinem Gast diesen Gegenstand als Andenken zu schenken. Der Gast bedankt sich später wiederum bei ihm oder ihr mit einem Geschenk von ähnlichem Wert oder Umfang.
Nationaltracht
Einheimische Männer und Frauen erkennt man leicht an ihrer traditionellen Kleidung: Männer tragen die Dishdasha, ein knöchellanges, kragenloses Gewand, das meist weiß ist, mit einem passenden Tuch als Kopfbedeckung (Guthra), während Frauen das schwarze Übergewand Abaja über ihrer Kleidung tragen. Manche ältere verheiratete Frauen tragen in der Öffentlichkeit die Burka oder einen speziellen Schleier über dem Gesicht. Bescheidenheit und Anpassung an die klimatischen Verhältnisse haben zu diesen traditionellen Gewändern geführt.